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Chronologie der Ereignisse > Zürich > 3. April 1981 bis 12. Oktober 1981

Von der zweiten Eröffnung bis zur autonomen Schliessung des AJZ
Datum Ereignis
3. April 1981 Das AJZ wird mit einer VV und einem Fest ein zweites Mal eröffnet.
17. April 1981 In den Parkanlagen am rechten Zürichseeufer werden Baracken errichtet. Die Siedlung Chaotikon soll auf die Wohnungsnot aufmerksam machen. Während einer Woche leben dort 50 bis 100 Bewegte.
24. April 1981 Das Chaotikon wird durch das Gartenbauamt und die Polizei geräumt: Vergeltungsaktionen auf der Strasse.
27. April 1981 Nur dank massivem Polizeischutz kann das Zürcher Sechseläuten in der gewohnten Form durchgeführt werden. Die Bewegung hat schon seit der Wiedereröffnung des AJZ in ihren Publikationen mit der Störung des Festes gedroht, falls keine Amnestie für alle Angeklagten erlassen werde. Immer wieder versuchen maskierte Jugendliche, den Umzug zu stören und werfen Knall- und Rauchpetarden gegen Pferde und UmzugsteilnehmerInnen.
31. April 1981 Bewegte beginnen mit dem Bau von Neu-Chaotikon auf einer Insel in der Sihl in unmittelbarer Nähe des wiedereröffneten AJZ.
1. Mai 1981 Am Tag der Arbeit stören Bewegte den Umzug der Gewerkschaften. Die abschliessende Kundgebung auf dem Münsterhof muss vorzeitig abgebrochen werden, da es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaftern und Bewegten kommt. Eine Nachdemonstration von rund 500 Bewegten wird von der Polizei aufgelöst.
6. Mai 1981 An der von rund 600 Personen besuchten VV wird versucht, die Ereignisse vom 1. Mai zu verarbeiten, wobei militante Bewegte kritisiert werden. Nach der VV bauen einzelne Bewegte Barrikaden an der Limmatstrasse, andere Bewegungsleute brechen diese sofort wieder ab. Am Abend kommt es zu Handgreiflichkeiten unter den Leuten aus der Bewegung.
Mitte Mai 1981 Die Zeitschrift «Brächise» stellt nach internen Streitigkeiten ihr Erscheinen ein.
19. Mai 1981 Die Polizei räumt Neu-Chaotikon. Aus Protest gegen die Räumung beginnen Bewegte am Abend, den Belag des Busparkplatzes neben dem AJZ mit Pressluftbohrern aufzureissen. Die Polizei greift ein.
23. Mai 1981 Die Bewegung schliesst vorübergehend das AJZ: Einerseits als Protest gegen die Inhaftierung von Bewegungsmitgliedern ohne jegliche Rechtsgrundlage, aus Protest gegen die verschärfte Justizrepression und als nachdrückliche Forderung für die sofortige Einstellung aller Strafverfahren; andererseits aber auch als Signal für jene AJZ-BenützerInnen, die das AJZ als «Konsumtempel» und «Obdachlosenasyl» betrachten.
26. Mai 1981 Die VV beschliesst, den Betrieb im AJZ besser zu strukturieren und mit Hilfe der Verstärkung der Nachtwache einen Ordnungsdienst zu schaffen, der vor allem gegen HändlerInnen von harten Drogen auftreten kann.
30. Mai 1981 Am Jahrestag des Opernhauskrawalls wird eine «Jubiläums-Demonstration» vor dem durch die Polizei abgeschirmten Opernhaus veranstaltet. 150 Bewegte nehmen teil. Das anschliessend stattfindende Jubiläumsfest im AJZ wird ein Publikumserfolg: Rund 2000 Personen besuchen das Fest. Am Abend beschädigen einige Bewegte Gebäude, Fahrzeuge und öffentliche Einrichtungen, worauf die Polizei eingreift. In der gleichen Nacht erfolgen verschiedene Brandstiftungen - unter anderem in einer Lagerhalle einer Baufirma. Schadenssumme: eine Million Franken.
3. Juni 1981 An der VV werden die militanten Bewegten wegen ihrer provokativen Demonstration vom 30. Mai vor dem Opernhaus vehement angegriffen. Eine Aussprache führt nicht zur Einigung. Etwa 50 Mitglieder der Bewegung ziehen nach der VV vors Rathaus, wo sich der Gemeinderat zu einer Nachtsitzung versammelt hat. Danach werden die ParlamentarierInnen mit Schmährufen und Tätlichkeiten empfangen.
11. Juni 1981 Die Polizei räumt das seit dem 18. März besetzte Schigu.
15. Juni 1981 Die Polizei führt im Zürcher AJZ eine Personenkontrolle durch. 12 steckbrieflich gesuchte Personen werden festgenommen.
25. Juni 1981 Bei einer zweiten Personenkontrolle im AJZ werden 107 Personen, die sich nicht ausreichend ausweisen konnten, überprüft. 23 Leuten werden Diebstähle, Betrugsdelikte oder Drohung gegen Beamte vorgeworfen.
26. Juni 1981 Die VV protestiert gegen die Razzien und betont, dass Personenkontrollen dieser Art in Zukunft nicht mehr einfach so hingenommen werden.
9. Juli 1981 Auf die dritte Razzia reagiert die Bewegung mit einer kleinen Demonstration und erheblichen Sachbeschädigungen. Das AJZ wird völlig mit Tränengas eingenebelt.
10. Juli 1981 Scharmützel zwischen Bewegten und der Polizei. Es folgt eine Serie von Brandanschlägen, die grossen Sachschaden verursachen.
1. August 1981 Bewegte versuchen, die offizielle 1. August-Feier zu stören. Sachschäden in der Zürcher Innenstadt.
Ende August 1981 Die verbliebenen politischen AktivistInnen wollen weg von der Hängerszene und der resignierten Atmosphäre im AJZ. Die VV wird in die Rote Fabrik verlegt. Bis Ende August 1981 sind insgesamt fast 4000 Personen im Zusammenhang mit den Jugendunruhen verhaftet und rund 1000 Strafverfahren eingeleitet worden.
Anfang September 1981 Der Arbeitsgruppe «Bau» im AJZ geht das Geld aus. Anfang September steigt die Zahl der obdachlosen Hänger, der Alkohol- und Drogensüchtigen im AJZ erneut sprunghaft an. Aus dem Selbstverwaltungsexperiment wurde ein Sozialasyl, freilich ohne die hierfür erforderlichen Einrichtungen.
8. September 1981 Im AJZ wird die vierte Razzia durchgeführt. Die Bewegten reagieren jedoch kaum darauf.
Herbst 1981 Der Wahlkampf für die Stadt- und Gemeinderatswahlen vom 7. März 1982 beginnt.
1. Oktober 1981 Nach der fünften (und letzten) Razzia im AJZ kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei rund um das AJZ sowie zu verschiedenen Brandanschlägen.
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